Workflows
Visueller Baukasten für mehrstufige KI-Automatisierungen: Trigger, KI-Schritte, Logik und Aktionen auf einer Canvas verbinden, versionieren und ausführen.
Workflows sind in Kasimir mehrstufige, formularbasierte Automatisierungen, die du auf einer visuellen Canvas zusammenklickst. Ein Workflow beginnt immer mit einem Trigger (der ihn startet) und führt danach eine Kette aus Knoten aus – KI-Schritte, Logik-Verzweigungen und Aktionen wie E-Mail-Versand oder Dokument-Erstellung. Anders als ein Chat läuft ein Workflow reproduzierbar nach festen Regeln ab, lässt sich versionieren und kann auch automatisch (per Zeitplan, Webhook oder öffentlichem Formular) starten.
Diese Seite beschreibt den Workflow-Editor, alle Knotentypen, das Veröffentlichen (Deploy) und die Ausführung – genau so, wie das Produkt sich verhält.
Überblick: Wo finde ich Workflows?
Übersicht:
/workflows(sowie der TabWorkflowsin derBibliothek) listet deine vorhandenen Workflows als Karten plus eine Reihe von Vorlagen zum Klonen.Editor:
/workflows/<id>/edit– die Canvas zum Bauen.Ausführen:
/workflows/<id>/run– das Eingabeformular und die Live-Laufansicht.Historie / Executions:
/workflows/<id>/runs– die Tabelle vergangener Läufe.
Im Editor wechselst du oben über die Tab-Leiste zwischen Editor und Executions.
Bearbeiten, Veröffentlichen, Aktivieren und Anpinnen sind Admin/Owner-Aktionen. Andere Mitglieder können Workflows ausführen, aber nicht verändern.
Einen Workflow anlegen
Öffne
/workflowsund klicke auf+ Neuer Workflow. Es entsteht ein leerer Workflow namens „Neuer Workflow", und der Editor öffnet sich.Alternativ klickst du unter
Vorlagenauf eine Vorlage – sie wird in deine Firma kopiert, automatisch sauber angeordnet und direkt im Editor geöffnet.Im leeren Editor erscheint zuerst die Trigger-Auswahl. Wähle, wodurch der Workflow gestartet wird (siehe unten). Erst danach kannst du weitere Knoten hinzufügen.
Der Editor
Der Editor besteht aus vier Bereichen:
Obere Leiste (links): Zurück-Pfeil, Emoji + Name (Klick öffnet das Menü mit
Umbenennen,Anpinnen,Exportieren/Importierenals JSON), die Tab-Leiste sowie die Speicher-Anzeige (Gespeichert/Ungespeichert/Speichert…).Obere Leiste (rechts):
Speichern, der Aktiv-Schalter, das Zahnrad für dieWorkflow-Einstellungen, der LinkAusführenund der ButtonVeröffentlichen(Deploy).Canvas (Mitte): die Knoten und ihre Verbindungen. Knoten ziehst du frei; Verbindungen entstehen durch Ziehen von Port zu Port.
Schwebende Werkzeugleiste (unten): Knoten hinzufügen, Einstellungen, Verlauf,
Aufräumen(Auto-Layout) sowie Rückgängig/Wiederherstellen.
Arbeiten auf der Canvas
Knoten hinzufügen: über die untere Werkzeugleiste, oder über das
+auf einer bestehenden Verbindung (der neue Knoten wird dann direkt in die Kante eingefügt). Es öffnet sich die Knoten-Auswahl mit Suchfeld und den Kategorie-FilternLogik,KI,Aktionen. Tippen filtert,↑/↓bewegen die Markierung,Enterfügt ein.Knoten auswählen: Klick öffnet das rechte Einstellungs-Panel (in der Breite ziehbar; die Breite wird gemerkt).
Knoten-Menü (
⋯): Umbenennen (ändert den technischenSlug), Duplizieren,Node deaktivieren(übergangslos durchreichen), Ersetzen, Löschen, Notiz hinzufügen undTest bis hier.Rückgängig/Wiederherstellen:
Cmd/Strg+Zbzw.+Shift. (In Textfeldern gilt das normale Browser-Undo.)Aufräumen: ordnet die Knoten automatisch übersichtlich an.
Export/Import: über das Namens-Menü kannst du den Workflow als JSON sichern und wieder einspielen (Import überschreibt die aktuellen Knoten und Kanten – mit Rückfrage).
Verlässt du den Editor mit ungespeicherten Änderungen, fragt Kasimir nach. Speichere mit Speichern (oben oder im Panel) – fehlerhafte Knoten verhindern das Speichern, bis sie behoben sind.
Trigger – wie ein Workflow startet
Der Trigger ist der erste Knoten. Es gibt fünf Modi:
Modus | Start | Besonderheit |
|---|---|---|
| Über die Ausführen-Seite oder einen Testlauf | Standard; ideal zum Entwickeln |
| Externer | Mit Secret (Bearer-Token, Header |
| Zeitgesteuert per Cron | 5-stelliger Cron-Ausdruck + Vorlagen (z. B. „Werktags 9:00"); feste Eingabewerte hinterlegbar |
| Öffentliches Formular unter | Ohne Login erreichbar; optional Cloudflare-Turnstile-Captcha; Titel/Beschreibung/Erfolgsmeldung |
| Ereignis aus einer angebundenen App | z. B. neue Outlook-Mail (Delta-Polling), Jira/Confluence |
Eine Formular-URL ist nach dem Speichern sofort und ohne Login öffentlich erreichbar. Schütze sensible Formulare mit dem Captcha-Schalter.
Eingabevariablen
Im Trigger definierst du die Eingabevariablen des Workflows. Jede Variable hat:
einen technischen
Schlüssel(klein,a–z, Ziffern und_, bis 40 Zeichen),ein Anzeige-
Label, optional einen Platzhalter,einen Typ:
text,longtext(mehrzeilig),select(mit Optionsliste) oderboolean(Checkbox),ein
Pflicht-Kennzeichen und optional einen Standardwert.
Diese Werte stehen in nachgelagerten Knoten als {{trigger.input.<schlüssel>}} zur Verfügung. Beim Webhook mappst du eingehende JSON-Felder per JSONPath (z. B. $.email) auf diese Schlüssel; beim Outlook-Mail-Trigger gibt es einen festen Satz Variablen (from, subject, to, cc, body, received_at, message_id, attachments).
Variablen referenzieren
Überall, wo ein Feld „Template" heißt, kannst du Werte aus vorherigen Schritten einsetzen:
{{trigger.input.<schlüssel>}}– ein Eingabewert des Triggers.{{<slug>.output}}– die komplette Ausgabe eines Knotens (derslugist der technische Name des Knotens).{{<slug>.output.<pfad>}}– ein verschachteltes Feld, z. B.{{recherche.output.rows}}.In einer Schleife:
{{<schleifen-slug>.output.item}}für das aktuelle Element und.indexfür den Zähler.
Findet eine Referenz keinen Wert, erscheint im Ergebnis ein sichtbarer Marker wie [MISSING:slug.output]. Das ist der schnellste Hinweis auf einen falsch geschriebenen Slug oder einen noch nicht gelaufenen Schritt. Einige Namen sind reserviert (u. a. trigger, now, output, error, status, body).
Knotentypen
Die Knoten-Auswahl gruppiert alle Schritte in drei Kategorien.
KI
LLM – der zentrale KI-Schritt. Optionen:
Modell(oder das Workflow-Standardmodell),System-Prompt,User-Prompt-Template,Temperatur, angehängtesWissen(firmenweite Dokumente),Toolsfür einen agentischen Modus (z. B.web_search,fetch_page– dann läuft der Knoten als Reasoning-Schleife mit max. Schritten 1–25, Standard 6),Memory(Session-Key + Fenstergröße für Konversationsverlauf),Strukturierter Output(JSON-Schema) sowie optional ein bestehenderAssistent, der Persona, Modell und Tools beisteuert.Frage an Nutzer (
ask_user) – pausiert den Lauf und zeigt ein Formular; die Antworten fließen wie ein zweiter Trigger weiter.Überprüfen (
check) – KI-gestützte Inhalts-Checks (moderation,pii,jailbreak) mit Urteil bestanden/Flags/Begründung. DSGVO-relevant.Bildgenerierung (
image_gen) – erzeugt 1–4 Bilder aus einem Prompt in den Größen 1024×1024, 1024×1792 oder 1792×1024 (benötigt ein Bildmodell).
Logik
Bedingung (
if_else) – eine oder mehrere Bedingungen, verknüpft mitalle(UND) odereine(ODER); zwei Ausgänge (true/false).Router – mehrere benannte Routen. Make.com-Semantik: alle passenden Routen laufen (nacheinander). Eine Route ohne Bedingung läuft immer; eine „Sonst"-Route nur, wenn keine andere greift.
Schleife (
for_each) – iteriert über ein Array; pro Element steht{{slug.output.item}}bereit. Optionaler Iterations-Deckel.Sammeln (
aggregate) – fängt pro Iteration einen Wert ein und gibt ihn als Array oder als zusammengefügten Text (mit Trennzeichen) aus; optional Duplikate entfernen.Verzögerung (
delay) – pausiert für eine feste Dauer (Sekunden/Minuten/Stunden/Tage).Code (
code) – führt Python aus; Vorgänger-Ausgaben stehen alsinputs-Dict bereit, Ergebnis perprint()(JSON wird strukturiert übernommen). Benötigt die aktivierte Python-Sandbox.
Schleifen sind in v1 bewusst eingeschränkt: Der Schleifenkörper muss linear sein (keine Verzweigung, keine verschachtelte Schleife), genau einen Ausgang haben und in einem Sammeln-Knoten enden. Von den Körper-Knoten wird nur die letzte Iteration als Lauf-Schritt gespeichert.
Aktionen
Tabelle laden (
load_table) – liest eine angehängte XLSX/CSV-Datei als Zeilen-Objekte (rows,count,columns); ideal als Quelle für eine Schleife.Dokument erstellen (
doc_render) – erzeugt eine echte Datei alsdocx,xlsx,pdfoderpptx, entweder aus Markdown oder aus einer hochgeladenen Vorlage.In Speicher sichern (
save_to_storage) – schreibt Inhalt dauerhaft als Datei (Modusinlineaus Text oderforwardaus einemdoc_render-Knoten).E-Mail senden (
send_email) – verschickt eine Mail (Markdown → HTML) über SendGrid an interpolierte Empfänger.Nachricht posten (
post_message) – anslack,teamsoder einenwebhook.HTTP-Request (
http_out) – ruft eine externe API auf (Methode, Header, Query-Parameter, Body-Modi, Auth Bearer/Basic, Timeout).Websuche (
web_search) – Suche im Web (bis 10 Treffer).Dokumentsuche (
doc_search) – RAG-Suche in firmenweiten oder Projekt-Dokumenten (bis 20 Treffer).Ausgabe (
output) – markiert ein benanntes Endergebnis.Benachrichtigung (
notify) – schreibt eine Nachricht in den Posteingang des Auslösers.Microsoft 365: Outlook-Entwurf, Outlook senden, Outlook-Termin, OneDrive-Upload, Teams-Karte.
Google Workspace: Google-Drive-Upload, Google-Kalender-Termin, Google-Sheets-Zeile anhängen.
Aktionen, die externe Dienste nutzen (Microsoft 365, Google, Slack/Teams, Code, Bildgenerierung), funktionieren nur, wenn die entsprechende Integration bzw. der Dienst in deiner Firma eingerichtet ist.
Pro-Knoten-Optionen
Jeder Knoten bietet im ⋯-Menü und im Einstellungs-Panel zusätzlich:
Name & Notiz: ein lesbarer Titel (der
Slugbleibt der technische Bezug) und eine Notiz am Knoten.Deaktivieren: der Knoten wird übersprungen und reicht die Eingabe durch.
Fehlerbehandlung:
stop(Standard – der ganze Lauf scheitert) odercontinue(Knoten gilt als fehlgeschlagen, der Lauf geht weiter; nachgelagerte Ausgabe ist leer).Wiederholungen: 0–5 erneute Versuche vor Anwendung der Fehlerbehandlung.
Menschliche Bestätigung: pausiert den Lauf vor diesem Knoten und wartet auf Freigabe.
KI-Felder: einzelne Felder vom Modell automatisch füllen lassen (
autooder perprompt).
Validierung, Speichern, Veröffentlichen
Während du baust, prüft der Editor laufend:
Knoten mit Konfigurationsfehlern bekommen ein rotes Abzeichen; eine Fehler-Box unten links listet Graph-Probleme und die Zahl fehlerhafter Knoten.
Speichernsichert deine Änderungen. Solange Fehler bestehen, lässt sich nicht sauber speichern bzw. veröffentlichen.
Ein Workflow läuft nicht allein durch Speichern. Er muss veröffentlicht (deployed) werden:
Klick auf
Veröffentlichen. Das Panel zeigt die nächste Version (Semver) und einen Änderungs-Diff (hinzugefügt+/ geändert~/ entfernt−für Knoten, Kanten, Trigger).Wähle die Versionssprung-Art
patch/minor/major.Gib eine Beschreibung ein (Pflichtfeld).
Veröffentlichen. Frühere Versionen lassen sich im selben Panel wiederherstellen.
Der Aktiv-Schalter steuert, ob der Workflow überhaupt starten darf. Ein nicht veröffentlichter oder deaktivierter Workflow kann nicht ausgeführt werden – die Ausführen-Seite weist darauf hin.
Beim Testlauf nimmt Kasimir dir die Schritte ab: ungespeicherte Änderungen werden gespeichert und – falls nötig – automatisch deployt, bevor der Test startet. So testest du beim Entwickeln mit einem Klick.
Ausführen
Öffne Ausführen (/workflows/<id>/run):
Fülle das Eingaben-Formular aus (die Trigger-Variablen). Pflichtfelder sind mit
*markiert; fehlende werden vor dem Start moniert.Klick
▶ Ausführen.
Die Laufansicht zeigt:
ein Statusbanner:
Workflow läuft…,Wartet auf deine Eingabe,Wartet auf Freigabe,Abgeschlossen,FehlgeschlagenoderAbgebrochen, dazu den Fortschrittx / y Schritte.bei einer Freigabe-Pause eine Karte mit
Freigeben/Ablehnen.bei einer Frage an Nutzer ein Formular mit
Weiter.eine Ergebnis-Karte mit
↓ Datei herunterladen, wenn ein Schritt eine Datei erzeugt hat.eine Schritt-für-Schritt-Liste mit Live-Ausgabe pro Knoten.
eine ausklappbare Technische Übersicht (Diagramm) der Canvas mit Live-Status.
Mit Neu starten setzt du die Ansicht zurück; Historie führt zu den vergangenen Läufen.
Läufe werden nicht im Browser ausgeführt, sondern von einem dauerhaft laufenden Server (Hetzner-Runner) abgearbeitet. Die Live-Ansicht aktualisiert sich automatisch (SSE + Polling) – du kannst die Seite verlassen, der Lauf läuft weiter.
Historie / Executions
Unter /workflows/<id>/runs (Tab Executions) findest du eine Tabelle aller Läufe mit Datum, Trigger, Status und Dauer. Du kannst nach Trigger-Art filtern und mit Aktualisieren neu laden. Ein Klick auf eine Zeile öffnet den Detail-Lauf.
Workflow-Einstellungen
Das Zahnrad öffnet die Workflow-Einstellungen:
Icon (Emoji) und Name
Beschreibung
Default-Modell – das Modell, das LLM-Knoten ohne eigene Modellwahl nutzen
Projekt-Scope –
Firmenweitoder einem Projekt zugeordnetIn Sidebar anpinnen (nur Admin/Owner)
Grenzen der aktuellen Version
Bewusste v1-Einschränkungen:
Kein Token-Streaming pro Schritt – die Ausgabe eines Knotens erscheint atomar, wenn der Schritt fertig ist.
Schleifen sind linear, einfach verschachtelt nicht erlaubt, müssen in
Sammelnmünden; nur die letzte Iteration wird als Schritt gespeichert.Diamond-Join: Erreichen mehrere Pfade denselben Knoten, läuft er nur einmal (der erste Pfad gewinnt).
Externe Aktionen setzen die jeweilige Integration/den Dienst voraus.
Bearbeiten/Deployen ist Admin/Owner vorbehalten.